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Cake day: June 10th, 2026

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  • Ich bin seit 6 Jahren aus der Branche raus, es wurde mir langweilig. Ich habe mich mit 40 zum Tischler umschulen lassen, also verstehe ich deine Situation. Willkommen ins Mid-life.

    Ich war damals an einer VHS Teilzeit, Staatliche Schulstellen waren in Berlin selten und Gitarristen sind viele. Ansonsten an privaten Schulen, selbstständig und Gigs. Alles zusammen war es eine halbwegs anständige Existenz, allerdings schwankend.

    Ich habe im Ausland Jazz studiert. Bachelor of Music.

    Damals habe ich im Schnitt 3 Stunden täglich geübt und 6 Stunden gearbeitet. Im Studium war es wesentlich mehr, Stunden haben da nicht mehr gezählt - es war mein ganzes Leben von morgens bis nachts, alles music die ganze Zeit. Aufstehen, üben, Uni, üben, Vll ein paar Privatschüler unterrichten, üben, Auftritt. Irgendwie so. Man muss es schon wollen.

    Wie es hier im Studium abläuft im Bezug auf Semestermässiges Vorspiel im Klavier Master kann ich nicht sagen. Ich musste damals im Studium dauernd vorspielen - solo, klein ensemble, Big band, Blattsingen, Scale Jury.

    Schüleranzahl hängt von den Schülern und die Schule ab. Es ist verstanden dass ein Schüler im höheren Niveau wesentlich mehr Vorbereitungszeit in Anspruch nimmt. Ja, Theorie vermitteln is erwartet, aber generell Praxis-nah und angewendet wenns Gitarrenunterricht ist.

    Die Nägel nach Bedarf, immer Feile und Knipser dabei, wenn die Haptik sich fremd anfühlt, dann zurecht bringen. Beim Klavier spielen, klackt es rechts und man muss mit flacheren Finger spielen. Für sich selbst geht’s klar, um Pianist zu sein nicht.

    Vis a vis Altersdiskriminierung, ich glaube ein bisschen schon, aber zu deinen günstigen. Seniorität hat Wert in Musik, weil mehr Zeit am Instrument.

    40 ist nicht zu alt um was neues zu probieren. Lass dir da nichts einreden.



  • Ich habe 10 Jahre lang in Berlin Gitarre und Theorie an privaten und Staatlichen Musikschulen unterrichtet. Die Arbeit ist wirklich sehr schön und macht Spaß, aber die Bedingungen sind schon tricky. Viele Probleme mit Scheinselbstandigkeit, lange, unbezahlte Ferien, und schwankende Schülerzahlen. Oft heißt es Steuern in voraus zu zahlen, basiert auf Einschätzungen von dem vorherigen Quartal was super nervig ist. Hast du mal eine schlechtes Quartal, muss man hohe Steuern abgeben mit wenig Einnahmen. Ja, man bekommt es später wieder zurück, aber in der Zwischenzeit gibt es nichts zu beißen. Bessere Verhältnisse gibt es an Staatlichen Schulen und Volkshochschulen vis a vis Ferien und Tarifvergütung, aber diese stellen sind auch schwieriger zu bekommen da alle sich draufstürzen.

    Wenn du in Branche willst, dann empfehle ich gezielt auf die Staatliche Stellen hinzu zu arbeiten.